Foto eines Polarlichtes

Auf dieser Seite erwarten Sie die vielleicht beeindruckensten Leuchterscheinungen der Atmosphäre.

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Polarlichter

Die Entstehung von Polarlichtern ist recht kompliziert. Im Manuskript für mein nächstes Buch, an dem ich gerade arbeite, wird das Thema ausführlicher behandelt. Hier deshalb nur ganz kurz:

Die Sonne sendet einen ununterbrochenen Strom aus Elektronen und Protonen und ein wenig Helium aus, den so genannten Sonnenwind. Da die Erde ein Magnetfeld hat – man spricht von der Magnetosphäre – können die Sonnenwindteilchen nicht bis zur Erdoberfläche vordringen. Die Teilchen sind elektrisch geladen und treffen „vor“ der Erde auf Magnetfeldlinien, die nordwärts gerichtet sind, also senkrecht zur Flugbahn der Teilchen. In dieser Konstellation wirkt die Lorentzkraft, die die elektrisch geladenen Teilchen ablenkt, und zwar senkrecht sowohl zu ihrer ursprünglichen Bahn als auch senkrecht zum Magnetfeld. Die Sonnenwindteilchen werden also um die Magnetosphäre herumgeleitet.
Allerdings können elektrisch geladene Teilchen sich sehr wohl parallel zu den Magnetfeldlinien bewegen. Der Sonnenwind schleppt seinerseits ein Magnetfeld mit. Unter bestimmten Bedingungen kann es nun zu Verschmelzungen zwischen den Feldlinien des Sonennwindmagnetfeldes und denen der Magnetosphäre kommen. Entlang dieser verschmolzenen Feldlinien können die Sonnenwindteilchen nun in die Magnetosphäre eindringen und bis hinunten in die Ionosphäre geraten. Dort stoßen sie mit Teilchen der Erdatmosphäre zusammen und regen diese zum Leuchten an, indem sie deren Elektronen auf höhere Bahnen anregen. Fallen die Elektronen wieder in den Grundzustand, geben sie die überschüssige Energie als Licht ab – und man sieht ein Polarlicht.
Die Feldlinien, auf denen die Sonnenwindteilchen in die Ionosphäre eindringen, münden in einem Oval rund um die Pole, dem so genannten Polarlichtoval. Dort kann man am sichersten Polarlichter beobachten. Bei starker Sonnenaktivität ist der Sonnenwind schneller, böiger und seine Teilchendichte steigt. Dann wird die Magnetosphäre regelrecht zusammengedrückt, wodurch sich die Fußpunkte der Feldlinien auf der Erdoberfläche in Richtung Äquator verschieben. Dann haben wir auch in unseren Breiten unter Umständen das Glück, ein Polarlicht zu sehen.

Abb. 1 ¦ Polarlicht   Foto eines grünen Polarlichtes
Bildunterschrift Polarlicht bei Tromsø, im Herbst 1990. Die beste Zeit, Polarlichter zu beobachten, ist die Zeit nach Mitternacht und zwar im Oktober oder im März. Da der Himmel auch klar sein muss, sollte man dicke Socken, Handschuhe und Pelzstiefel dabei haben … Bildunterschrift Ende
Abb. 2 ¦ Polarlicht   Foto eines grünen Polarlichtes
Bildunterschrift Polarlicht bei Tromsø. Leider gingen aufgrund der notwendigen langen Belichtungszeiten die Strukturen zum Teil verloren; die feinen Strahlen, die durch das grüne Band schossen, kann man kaum noch erahnen. Was natürlich auf dem Foto gar nicht mehr zu sehen ist, ist die ungeheure Dynamik, die dieses Wellenband zeigte – wie ein Vorhang bei starkem Wind und offenem Fenster.Bildunterschrift Ende

Sonnenflecken

Sonnenflecken sind Gebiete auf der Sonnenoberfläche (der so genannten Photosphäre), die im Vergleich zu ihrer Umgebung kühler sind und deshalb dunkler erscheinen. Ihre Anzahl variiert in einem 11-jährigen Zyklus. (Eigentlich sind es 22 Jahre. Die Flecken sind mit Magnetfeldern verbunden, deren Polarität sich in jedem Zyklus umkehrt. Deshalb ist derselbe Zustand unter Berücksichtigung der Magnetfeldpolarität erst im übernächsten Zyklus wieder erreicht.) Zur Zeit (Juni 2009) sind meist keine Flecken zu sehen, obwohl das Minimum eigentlich schon überschritten ist. (Aber Zyklen in der Natur sind eben nie absolut periodisch.) Eine hohe Anzahl von Sonnenflecken bedeutet eine hohe Sonnenaktivität und entsprechend eine erhöhte Wahrscheinlickeit, auch hierzulande Polarlichter erleben zu können. (Der Widerspruch der erhöhten Aktivität der Sonne zur niedrigeren Temperatur der Flecken erklärt sich dadurch, dass die Flecken immer von Bereichen erhöhter Sonnenaktivität begleitet werden. Diese sind es eigentlich, die für verstärktes Auftreten von Polarlichtern sorgen.) Wie das Foto der Sonne zeigt, lohnt es sich im Moment jedoch nicht, nachts aufzubleiben und auf Polarlichter zu warten, denn ie Sonne hat zur Zeit (Juni 2009) an den meisten Tagen keine Flecken.

Sonnenbeobachtungen darf man NIEMALS ohne einen geeigneten Filter oder eine für diesen Zweck entwickelte Schutzbrille durchführen! Die Sonnenstrahlung würde das Auge zerstören und zur Erblindung führen.

Abb. 3 ¦ Fleckenlose Sonne   Fotografie der Sonne durch das 'Baumarkt-Teleskop'
Bildunterschrift Aufnahme vom 31. Mai 2009. (Fotografie durch ein Fernrohr, 30-fache Vergrößerung)Bildunterschrift Ende
Abb. 4 ¦ Sonne mit Sonnenflecken   Fotografie der Sonne durch das 'Baumarkt-Teleskop'
Bildunterschrift Aufnahme vom 16. Dezember 2009. Im unteren Bereich der Sonnenscheibe ist eine Gruppe von Flecken zu erkennen. Der Größenvergleich mit dem Sonnendurchmesser (bei einem anderen Foto mit derselben Zoom-Einstellung) ergibt eine Breite der Sonnenfleckengruppe von etwa 130 000 km und eine Dicke von etwa 25 000 km, also etwa dem doppelten Erddurchmesser. (Fotografie durch ein Fernrohr, 30-fache Vergrößerung) Bildunterschrift Ende

© Wiebke Salzmann, Juni 2009

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