Plattbauchweibchen auf Larvenhuelle

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Bildergalerie: Libellen

Plattbauch

Was auf diesen Bildern aussieht wie eine Libelle auf einem unscheinbaren grauen Insekt ist eine frisch geschlüpfte Libelle – und zwar ein Plattbauchweibchen – auf ihrer Larvenhülle. Genau genommen sind es natürlich zwei verschiedene – eine am Gartenteich, eine auf der Terrasse.

Plattbauchweibchen kurz nach Verlassen der Larvenhülle   Plattbauchweibchen auf Larvenhuelle

Der Plattbauch hat seinen Namen von seinem platten Hinterleib. Diese Libelle wird 4 bis 4,5 Zentimeter lang, der Hinterleib ist bis zu 8 Millimeter breit, die Flügelspannweite erreicht 8 Zentimeter. Die Weibchen sind gelb, die Männchen hellblau gefärbt. Der Plattbauch gehört zu den Großlibellen und ist ein ausgezeichneter Flieger. Leider habe ich speziell zum Plattbauch keine Angaben zur Geschwindigkeit gefunden – nur dass sie hoch ist – aber einige Großlibellen erreichen bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Libellen erledigen praktisch alles im Flug – jagen, fressen, begatten, selbst die Eiablage. Dazu fliegt das Plattbauchweibchen dicht über der Wasseroberfläche, wobei der Hinterleib das Wasser berührt, und lässt die Eier (20 bis 100 Stück) ins Wasser fallen.
Bei ihrem „Luftleben“ hilft den Libellen, dass sie zu den am besten sehenden Insekten gehören. Die Komplexaugen des Plattbauchs bestehen aus 30 000 Einzelaugen.

Plattbauchweibchen kurz nach Verlassen der Larvenhülle   Plattbauchweibchen auf Larvenhuelle

Entwicklung

Aus den Eiern schlüpft nach etwa 4 Wochen die Larve. Libellenlarven leben im Wasser. Sie hocken am Grund von Gewässern oder an Wasserpflanzen und warten darauf, dass Nahrung vorbeikommt – Insekten, Insektenlarven, Würmer, Krebstierchen, Amphibienlarven. Das Larvenstadium dauert 1 bis 2 Jahre, den Winter verbringen die Larven eingegraben im Schlamm. Übrigens können die Plattbauchlarven auch Trockenheit bis zu 50 Tage lang in einer Trockenstarre überstehen, weshalb sie auch in zeitweise austrocknenden Lachen überleben können. Nach 10 Häutungen, also 11 Larvenstadien, schlüpft im Mai/Juni das fertige Insekt. (Ein Puppenstadium gibt es bei Libellen nicht.) Die Larve stellt die Nahrungsaufnahme ein und klettert an einer Pflanze so weit aus dem Wasser, dass die Bruststigmen im Trockenen liegen. Dann stellt sich die Atmung um. Die Larve atmet über Kiemen im Enddarm, an denen Wasser vorbeigepumpt wird; das fertige Insekt atmet über verzweigte Kanäle, die Tracheen genannt werden. (Deren Öffnungen am Insektenleib heißen Stigma.)
Die Larve klettert dann an einem Stengel ganz aus dem Wasser und klammert sich fest. Durch Kontraktionen des Hinterleibs bringt sie die Larvenhaut zum Platzen. Das geschlüpfte Insekt muss erst trocknen (sonst ist es zu weich zum Fliegen), das kann bis zu 4 Stunden dauern. Die Flugzeit der Plattbäuche dauert von Mai bis Juli, manchmal auch bis in den August. Der erwachsene Insekt ernährt sich von Insekten wie Mücken.

Plattbauchweibchen kurz nach Verlassen der Larvenhülle   Plattbauchweibchen auf Larvenhuelle

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Vierfleck

Vierfleck kurz nach Verlassen der Larvenhülle   Vierfleck
Larvenhülle des Vierflecks  Vierflecklarvenhülle

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Heidelibelle

Heidelibellen  

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Azurjungfer

Azurjungfern bei der Paarung  

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Blaugrüne Mosaikjungfer

Blaugrüne Mosaikjungfer  
Blaugrüne Mosaikjungfer  
Blaugrüne Mosaikjungfer  
Blaugrüne Mosaikjungfer auf ihrer Larvenhülle  
Larvenhülle der Blaugrünen Mosaikjungfer  
Blaugrüne Mosaikjungfer auf ihrer Larvenhülle  

© Wiebke Salzmann, Juli 2009

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